Aktuelle Aktionen...

(Siehe auch unter Terminkalender...)

Tobias Reiners. Der Hamstermann

Der Feldhamster

Wunderschön und vom Aussterben bedroht...

Als Wildtier des Jahres 2016 erfährt der Feldhamster auch bei den Naturfreunden Ober-Mockstadt gebührend Aufmerksamkeit, sodass der diesjährige Vortragsabend im Zeichen dieses putzigen Nagetieres stand.
Die 1. Vorsitzende Christiane Meub begrüßte ihren ehemaligen Kommillitonen Tobias Erik Reiners als Referenten.
Dieser ist als Mitarbeiter des Instituts für Naturschutzgenetik und der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz ein Experte in Sachen Feldhamster und begeisterte die 50 Zuhörer mit einem kurzweiligen und lebhaften Vortrag.

In erschreckenden Statistiken machte der Biologe deutlich, dass in den letzten zwanzig Jahren die Feldhamsterbestände europaweit dramatisch zusammengebrochen sind und der bunte Nager in vielen Regionen bereits vollständig aus den Feldern verschwunden ist.
Die versteckt lebende Art, die einst als Schädling der Landwirtschaft verfolgt wurde, wird heute auf der roten Liste gefährdeter Arten als „stark gefährdet“ geführt.
Als Ursachen nannte Reiners neben der Intensivierung der Landwirtschaft auch die Landschaftsverbrauch der stetig wachsenden Bevölkerung, die durch Siedlungs- und Straßenbau potentielle Lebensräume des Feldhamsters zerschneidet und versiegelt.
Neben den intensiven Bekämpfungsmaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die heutige landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweise Hauptursache für die Gefährdung des Feldhamsters.
Der Lebensraumverlust durch das Verschwinden zahlreicher Landschaftsstrukturelemente wie Hecken- und Altgrasstreifen, Ackerrändern und Feldholzinseln, die neben dem Hamster unter anderem auch dem Feldhasen und dem Rebhuhn als Lebensgrundlage dienen, ist eine schwerwiegende Ursache für die Bestandsrückgänge.
So fehlt es heute an Nahrung in Form von Pflanzenmaterial und Tieren, Nist- und Brutmöglichkeiten, Deckung und Schutz vor Witterungseinflüssen.
Für die biologische Vielfalt in der Feldflur erwies sich, laut Reiners, die Konzentration auf einige wenige Feldfrüchte wie Weizen, Mais, Zuckerrübe und Raps sowie Veränderungen in der Bewirtschaftungsart wie z. B. der Stoppelfeldumbruch direkt nach der Ernte als verhängnisvoll. Die Getreideernte dauerte früher mehrere Wochen und die Stoppelfelder wurden erst im Spätherbst bearbeitet. Hierdurch hatte der Feldhamster, wie auch viele andere an die Feldflur angepasste Arten, noch ausreichend Nahrungsvorräte und Deckung vor Fressfeinden.
Heute besitzen Hessen und Rheinland-Pfalz einen der größten westlichen Verbreitungsschwerpunkte des Hamsters in Europa, sodass zahlreiche Schutzprojekte den Hamster vor dem völligen Verschwinden in diesen Gebieten bewahren. Vor allem in Zusammenarbeit mit Landwirten werden Erntestreifen angelegt, auf denen das Getreide spät geerntet und die Stoppeln spät umgebrochen werden, um die Lebensbedingungen für den Felshamster zu verbessern. Zum Abschluss des Vortrags warb Reiners für Hamsterexkursionen zum Aufspüren der Bauten, für die immer Helfer gesucht werden. Meub dankte dem Redner und verwies auf die Handlungsmöglichkeit für jedermann: Beim Kauf von Hamstersaft der Kelterei Müller kann jeder die Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz aktiv unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.feldhamster.de.

Am Samstag, den 12. November heißt es wieder anpacken mit den Naturfreunden Ober-Mockstadt.
Gleich mehrere Aktionen sollen an diesem Tag stattfinden.
Treffpunkt ist zunächst am alten Rathaus in der Untergasse um 10 Uhr.

Wie in jedem Jahr soll in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Schutzgemeinschaft deutscher Wald das Laub der großen Kastanien an der Hauptstraße gesammelt werden.
Hierbei geht es um die Eindämmung der Kastanienminiermotte, die im Laub überwintert.
Weiterhin wird Futter aus Rinderfett, Nüssen und Samen hergestellt, um die heimische Vogelwelt im Winter zu unterstützen.
Das Fettfutter wird dann in Häuschen, Ringe und Futterglocken gefüllt.
Bringen Sie bitte Ihre wieder befüllbaren Häuschen zu Familie Fellinger in die Rathausstraße 2.
Auch eine Pflanzaktion darf in der Herbstzeit nicht fehlen und so legen wir einen Heckenabschnitt mit ökologisch wertvollen Sträuchern auf einer vereinseigenen Fläche in Ober-Mockstadt an. Dieser Heckenstreifen dient der Einfassung einer zukünftigen Streuobstwiese.

Die Naturfreunde freuen sich auf viele kleine und große helfende Hände.

Ferienfreizeit für Kinder vom 18.-21.07.2016

Vergnügt, spannend und sonnig begannen die Sommerferien für die Kinder der Naturfreunde Ober-Mockstadt, denn die Ferienfreizeit stand auf dem Programm.
Wie im vergangenen Jahr reiste die Gruppe nach Blasbach bei Wetzlar und bezog in einem Wanderheim am Waldrand Quartier.
Bereits am ersten Abend machten sich alle ausgestattet mit Becherlupen und Fangkeschern auf zu einem Erkundungsrundgang. Große grüne Heupferde, verschiedene Schmetterlinge und Mistkäfer begeisterten die 19 Mädchen und Jungen auf ihrem Rundgang. In der Grube Fortuna lernten die Kinder die Arbeit eines Bergbauarbeiters kennen. Viel Staub, wenig Licht, Kälte und nicht zuletzt der Lärm ließen die Kinder am Ende der Führung zu dem Entschluss kommen „Bergbauarbeiter werde ich bestimmt nicht“ auch wenn das Fahren mit der Bergbahn untertage viel Spass machte.
Den heißen Temperaturen trotzten die Kinder mit einer großen Wasserschlacht bevor der lustige Filmabend startete. Nach dem Frühstück traten die Kinder in 3 Teams zu einer Stadtrallye an. Wie hoch ist der Dom? Wo lebte Goethe und wie viele Bögen hat die Lahnbrücke? galt es herauszufinden. Nachdem alle Aufgaben gelöst wurden, erlebten die Kinder in der Naturschutzakademie die Natur mit allen Sinnen, indem sie zum Beispiel den Barfußpfad erkundeten und eine Geräuschelandkarte zeichneten. Nach einem kleinen Wellnessprogramm tanzten die Kinder auf der Abschlussparty mit DJ Chrissy bis alle müde ins Bett fielen. Unausgeschlafen mussten am nächsten Morgen schon wieder die Koffer gepackt und die Heimreise angetreten werden.
Mit vielen neuen Eindrücken freuen sich alle schon auf die Ferienfreizeit im nächsten Jahr.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ...

Zur Förderung des Lebensraums Streuobstwiese bieten die Naturfreunde in diesem Jahr wieder eine Obstbaumsammelbestellung an.
Mit einem eigenen Obstbaum erhalten Sie nicht nur Obst mit unvergleichlichem und intensivem Geschmack, sondern auch ein Stück hessischen Kulturgutes, von dem noch ihre Urenkel zehren können.
Aus ökologischen Gründen sind vor allem Hochstämme interessant, so dass wir die Bestellung eines Hochstamms mit einem Pfosten und Anbindestrick bezuschussen.
Wir unterstützen Sie gerne bei der Sortenwahl!
Obstbäume sind auch ideal als Geschenk zur Hochzeit, Geburt oder Geburtstagsjubiläum geeignet!
Das Auslieferungsdatum wird dann relativ kurzfristig mitgeteilt.

Die Naturfreunde Ober-Mockstadt warten schon seit über fünf Jahren, dass einer der seltenen Vögel in die speziellen Niströhren einzieht.
Seit fünf Jahren bieten die Naturfreunde dem Steinkauz einen idealen Lebensraum mit Niströhren und gezielten Anpflanzungen.
In diesem Jahr war es erstmals soweit: Der Steinkauz brütete auf einer Streuobstwiese in der Gemarkung von Ober-Mockstadt und ein Jungtier konnte von Udo Seum und Sven Schuchmann beringt werden.
Der Steinkauz ist die kleinste heimische Eulenart und auf Streuobstwiesen mit einem alten Baumbestand sowie strukturreiche Landschaften angewiesen.
Der Altvogel stammt vermutlich aus Staden, so der Eulenexperte Seum.
Die Daten des Jungvogels werden nun an die Vogelwarte Helgoland weitergegeben, die eine statistische Auswertung aller deutschen Vogelarten übernehmen.
Die Naturfreunde freuen sich über den Erstbezug und hoffen, dass damit der Grundstein für eine stetige Entwicklung der Steinkäuze in Ober-Mockstadt gelegt ist.

Neue Fledermausquartiere in der Kirche

Auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz für die Schleiereule machten die Naturfreunde Ober-Mockstadt auf dem Dachboden der Kirche eine überraschende Entdeckung: Kleine schwarze Krümel, die sich als Kot einer seltenen Fledermausart herausstellen sollten. Da die Anwesenheit einer Schleiereule oftmals die Fledermäuse zur Aufgabe einer Kolonie bewegt, musste ein anderer Ort für die Eule gefunden werden. Aber auch für den Schutz und Erhalt der Feldermauskolonie des Braunen Langohrs wollten sich die Naturfreunde einsetzen. Gemeinsam mit dem Ranstädter Fledermausexperten Adam Strecker und dem Kirchenvorstand wurden Fledermausquartiere für den Dachstuhl geplant.
Auf den ersten Blick fallen bei dieser Fledermausart die namengebenden großen Ohren auf, die mit 4cm beinahe so lang sind wie der Körper und im Kopf-über-Schlaf unter die Unterarme geklemmt werden. Diese riesigen Ohren sorgen nicht nur dafür, dass die Tiere noch leiseste Echos ihrer Ultraschallrufe und Krabbelgeräusche ihrer Beute wahrnehmen können, sondern gemeinsam mit den großen Knopfaugen geben sie diesen Fledermäusen auch ihr besonders „sympathisches“ Aussehen.
Den Sommer verbringen die weiblichen Tiere in so genannten Wochenstubenkolonien, in denen die Jungtiere geboren und gemeinsam aufgezogen werden.
Wochenstubenkolonien des Braunen Langohrs können frei sichtbar im Dachstuhl hängend angetroffen werden. Lieber verkriechen sich die nur bis 11 Gramm schweren Tiere am Tage aber in enge Spalten der Dachkonstruktion aus denen sie erst wieder am Abend - vor ihrem Ausflug zur Jagd - hervorkommen.
Um diesen Kirchenbewohnern einen entsprechend sicheren und dunklen Unterschlupf zur Jungenaufzucht zu bieten, installierte die Baugruppe der Naturfreunde drei selbstgebaute Spaltenquartiere im Dachstuhl der evangelischen Kirche, so dass diese wunderbaren und geheimnisvollen Kreaturen noch lange in Ober-Mockstadt Zuflucht finden.

Bitte um Ihre Mithilfe

Leider mussten die Naturfreunde erste Spuren von Vandalismus am Lehr- und Erholungsbiotop verzeichnen. Nachdem vor ca. zwei Wochen bereits die Sitzmöbel des Weidentipis aus der Flutmulde geborgen werden mussten, zerstörten Unbekannte am Osterwochenende das Dach des großen Insektenhotels. Gezielte Würfe mit Steinen und Glasflaschen richteten großen Schaden an.
Wir bitten alle Spaziergänger auf den Erhalt unserer Projektflächen- und bauten zu achten und Zuwiderhandlungen dem Vorstand zu melden.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!