Aktuell

An einem Strang für mehr Natur – Aktion „Wachsen lassen“

In dieser verrückten Corona-Zeit haben wir dazugelernt: Man kann die Welt besser machen, indem man zu Hause auf dem Sofa sitzt und die Füße hochlegt.
Auch im Umweltschutz, wo normal auch eher zusätzlicher Aufwand und Kosten anfallen, kann diese Methode helfen, kann weniger mehr sein.

Die Idee lautet: Wachsen lassen!

Normal wird in ordentlichen Privatgärten und auf öffentlichen Flächen mit dem Beginn des Frühlings regelmäßig gemäht. Alle 14 Tage vielleicht. Vielleicht sogar öfter.
Sinnvoller ist es, wenn wir
- weniger oft mähen
- zusätzlich einzelne Flächen stehen und einfach wachsen lassen
- Flächen, die wir „normal“ neu mit Rasen eingesät hätten, nun mit Blumenmischung einsäen.

Blumenwiese am Ortsrand von Ober-Mockstadt (Foto Christian Gugler)

Besonders in immer wärmer werdenden Sommern schützt ein höherer Rasen die Erde vor Austrocknung. Auf den Flächen, auf denen wir es wachsen lassen, kommen schon nach kurzer Zeit heimische Pflanzen und Blumen zum Vorschein.

Und die an einigen Stellen genutzte Wildblumensaat lässt unseren Ort erblühen. Jeder Bürger kann selbst damit anfangen. In seinem eigenen Reich!

Auch die Gemeinde Ranstadt hat dies erkannt und auf gemeindeeigenen Flächen damit begonnen.
Es kostete sie daher keine große Überwindung den Vorschlägen der Naturfreunde Ober-Mockstadt r diesen Ortsteil zuzustimmen. Bei einem Ortstermin mit Bürgermeisterin, Bauhof und Naturfreunden wurden weitere Projekte für den Ortsteil festgelegt, die auch vom Ortsbeirat, vertreten durch ihren Vorsitzenden Christian Loh und Ortspfarrer Manuel Eibach unterstützt werden.

Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel (2.v.r.) vom Bauhof Volker Meub (1.v.l.) und Paul Hoppe (1.v.r.), Ortspfarrers Manuel Eibach (2.v.l.) sowie Christiane Meub (4.v.l.) und Christian Gugler (3.v.l.) von den Naturfreunden. (Foto Christian Gugler)

Beschlossenen Maßnahmen

Lebensraum Friedhof: Ökologische Vielfalt gestalten

- Wenn Nutzungszeit von Gräbern beendet ist, anstatt Rasen mit Blumenmischung einen.
- In festgelegten Bereichen nur noch 1x jährlich hen (Ende Juni).
- Nach und nach werden stärker heimische Bäume und Sträucher eingesetzt.
- Pflanzung zusätzlich Stauden im Bereich der Baumbestattungen

Neben dem Spielplatz am Bürgerhaus

Die Wiese über Winter stehen lassen. Im nächsten Frühjahr wird die Fläche mit einem Balkenmäher gemäht und das Schnittgut abgetragen.

Neben dem Spielplatz am Breul

- Wiese wachsen lassen.
- In der Nähe des Spielplatzes soll ein Baum als Schattenspender und optische Aufwertung gepflanzt und eine Bank gestellt werden

Sportfläche am Breul

- Einen Streifen wachsen lassen.
- Mähen sofern Bedarf (für Festivität oder Feuerwehr).

An der Ecke zur Bundesstraße 275 (in Richtung Wehrbach)

soll der Bewuchs stehen gelassen werden.

Dies ist kein „Sparprogramm“, sondern bewusst und aus gutem Grund so entschieden.
Um dies auch optisch zu verdeutlichen, wird auf den entsprechenden Flächen ein 1-2 Meter breiter Rand gemäht um die „pflegende Hand“ erkennbar zu machen.
Ferner werden Infotafeln aufgestellt, die über den Sinn der Aktion informieren.

Ein mehr Natur wird uns dafür belohnen: mehr Raum für Insekten und Kleingetier, mehr Nahrung für Vögel und mehr Blumen für Auge & Gemüt mehr wertvoller Lebensraum auch für uns als Bürger.

Wir möchten euch DRINGEND bitten eure Hunde anzuleinen und Menschen freundlich darauf hinzuweisen, ihre Hunde an die Leine zu nehmen.

Das Gemeindeparlament hat eine Anleinpflicht bis zum 15. Juli beschlossen, um Bodenbrüter in der Brut- und Setzzeit zu schützen. Dies gilt für ALLE unbebauten Flächen außerhalb der Ortslage, abgesehen vom Wald. Zuwiderhandlungen können mit sehr hohen Geldstrafen geahndet werden (siehe auch Satzung über den Leinenzwang der Gemeinde Ranstadt).

Leider ist es in den vergangenen Tagen vermehrt aufgefallen, dass Menschen ihre Hunde direkt unter den Storchennestern freilaufen lassen, während die Störche nervös um das Nest fliegen.

Bitte lasst uns in diesen schwierigen Zeiten nicht die Natur vergessen, denn wir sehen gerade jetzt wie wichtig sie für uns ist.

Euer Naturfreunde-Vorstand

Naturschutzbericht

Zu viel Dünger, zu viele Pestizide, riesige Felder mit wenig Abwechslung: Die intensive Landwirtschaft in Deutschland nimmt immer mehr Tieren den Lebensraum. Das Verschwinden artenreicher Wiesen und Weiden stehe am Anfang einer Kette, sagte Umweltministerin Svenja Schulze am Dienstag in Berlin, wo sie einen umfangreichen Bericht zur Lage der Natur vorstellte. „Besonders kritisch ist die Lage bei Schmetterlingen, Käfern, Libellen.“ Während im Wald und auch in Städten die Zahl der Vögel wachse, nehme sie in der Agrarlandschaft ab. „Wir haben heute nur noch ein Zehntel der Rebhühner und Kiebitze, die wir vor 25 Jahren hatten.“
...
Der Bauernverband zog den Befund selbst nicht in Zweifel, wehrte sich aber gegen Schuldzuweisungen. „Viele Landwirte sind bereit, mehr im Vertragsnaturschutz zu tun, aber es bestehen bürokratische Hemmnisse und mangelnde Anreize“, sagte der stellvertretende Generalsekretär Udo Hemmerling. Die Naturschutzpolitik setze viel zu stark auf staatliche Auflagen. „Die Landwirte bleiben viel zu oft auf den Kosten des Naturschutzes sitzen, das muss sich ändern.“ Schulze forderte, die EU-Agrarsubventionen so umzubauen, dass öffentliche Leistung – zu der auch Naturschutz gehöre – belohnt werde.

Dem Bericht zufolge sind 63 Prozent der Tiere und Pflanzen sowie 69 Prozent der Lebensraum-Typen, die in der EU von der sogenannten FFH-Richtlinie erfasst sind, in unzureichendem oder schlechtem Erhaltungszustand – betroffen sind vor allem Grünland, Seen, Feuchtgebiete, Meere und Küsten.
...
Der Bericht, der nur alle sechs Jahre erscheint, dient dazu, der EU-Kommission über die Umsetzung beider Richtlinien Rechenschaft abzulegen. Gegen Deutschland läuft ein EU-Verfahren, weil bestimmte wichtige Gebiete – genannt Natura-2000-Gebiete – nicht ausreichend geschützt werden.

Quellenangabe: Teresa Dapp, dpa / Frankfurter Rundschau vom 20.05.2020, Seite 14

NABU Aktion: deine Stimme für die Artenvielfalt

Die EU muss jetzt handeln – mit einer neuen Agrarpolitik, die den Naturschutz in den Mittelpunkt stellt.
Das Europa-Parlament wird dazu dieses Jahr abstimmen.
Schick deshalb jetzt eine Sprachnachricht für den Kiebitz und andere bedrohte Tierarten an deine EU-Abgeordneten.
Das Mikro in deinem Smartphone oder Tablet reicht dafür aus.

https://mitmachen.nabu.de/werdelaut/

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